Hautpilz bei Katzen
Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit
Hautpilz ist bei Katzen häufig, lästig und ansteckend, auch für Menschen. Gefährlich ist er selten. Die Behandlung braucht aber Geduld, und ohne gründliche Reinigung der Wohnung kommt er gern zurück.
Der Erreger
In den meisten Fällen steckt der Pilz Microsporum canis dahinter, die Erkrankung heißt dann Mikrosporie. Seltener sind Trichophyton-Arten beteiligt, die oft von Nagetieren stammen. Die Pilze leben in der Hornschicht der Haut und in den Haaren. Ihre Sporen sind sehr widerstandsfähig und können in der Umgebung über ein Jahr lang ansteckend bleiben, in Teppichen, Kratzbäumen, Decken und Transportboxen.
Angesteckt wird eine Katze durch direkten Kontakt mit einem infizierten Tier oder über Sporen in der Umgebung. Ein gesundes Immunsystem wehrt viele Kontakte ab. Junge Kitten, alte oder geschwächte Katzen und Tiere unter Stress erkranken leichter.
Woran man Hautpilz erkennt
Das klassische Bild sind runde, kahle Stellen mit Schuppen, vor allem an Kopf, Ohren und Pfoten. Manchmal ist die Haut gerötet, Juckreiz ist bei Katzen eher mäßig. Bei Langhaarkatzen wie der Norwegischen Waldkatze ist das Bild oft weniger deutlich. Das dichte Fell verdeckt kleine Stellen, und manche Tiere tragen den Pilz ganz ohne Anzeichen. Solche symptomlosen Träger fallen häufig erst auf, wenn ein Mensch im Haushalt oder ein Kitten aus dem Wurf erkrankt.
Diagnose
Die Tierarztpraxis hat mehrere Möglichkeiten. Unter einer speziellen UV-Lampe, der Wood-Lampe, leuchten befallene Haare bei einem Teil der Microsporum-Stämme grünlich auf. Ein negatives Ergebnis schließt Pilz aber nicht aus. Sicherer ist eine Pilzkultur aus ausgekämmten Haaren, die allerdings einige Tage bis wenige Wochen braucht. Schneller ist ein PCR-Test, der das Erbgut des Pilzes nachweist. Er sagt aber nicht, ob die Sporen noch lebensfähig sind.
Behandlung
Bewährt hat sich eine Kombination aus Tabletten oder Saft, meist mit dem Wirkstoff Itraconazol, und einer äußerlichen Behandlung mit pilzabtötenden Waschungen oder Shampoos. Bei sehr langem Fell kann Scheren helfen, damit die Waschlösung die Haut erreicht. Behandelt werden sollten alle Tiere im Haushalt, auch die ohne Anzeichen. Die Therapie dauert in der Regel mehrere Wochen und wird erst beendet, wenn Kontrollkulturen negativ sind.
Auch Menschen können sich anstecken
Mikrosporie ist eine Zoonose. Bei Menschen zeigen sich gerötete, runde Hautstellen, häufig an Armen, Hals oder Gesicht. Kinder sind besonders oft betroffen. Wer solche Stellen bemerkt, sollte zur Hausärztin oder zum Hautarzt gehen und von der Katze erzählen.
Die Wohnung nicht vergessen
Ohne Reinigung der Umgebung steckt sich die Katze nach der Behandlung oft wieder an. Bewährt hat sich ein fester Plan:
- Böden und Polster regelmäßig gründlich saugen, Beutel oder Behälter danach entsorgen oder reinigen
- Decken, Kissen und waschbare Liegeplätze möglichst heiß waschen
- glatte Flächen feucht wischen und mit einem gegen Pilzsporen wirksamen Mittel behandeln
- Kratzbäume, die sich nicht reinigen lassen, notfalls ersetzen
- die Katze in der ersten Zeit auf wenige, gut zu reinigende Räume beschränken
Wie bei Infektionskrankheiten allgemein gilt: Ein stabiles Immunsystem ist der beste Schutz. Gute Ernährung, wenig Stress und eine saubere Umgebung machen es dem Pilz schwer.