Gesundheit der Norwegischen Waldkatze
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Die Norwegische Waldkatze gilt als robuste Rasse. Das stimmt im Vergleich zu manchen stark überzüchteten Rassen, heißt aber nicht, dass es keine gesundheitlichen Themen gibt. Drei davon tauchen in der Rasse immer wieder auf, und für eines gibt es einen sicheren Gentest.
Glykogenspeicherkrankheit Typ IV
Die Glykogenspeicherkrankheit Typ IV, kurz GSD IV, ist die Erbkrankheit, die am engsten mit der Norwegischen Waldkatze verbunden ist. Entdeckt wurde sie in einer eng verwandten Linie von Norwegern. Ursache ist ein Defekt im Gen GBE1. Das zugehörige Enzym sorgt normalerweise dafür, dass der Körper Zucker in verzweigter Form als Glykogen speichern kann. Fehlt es, lagert sich fehlerhaftes Glykogen in den Zellen ab.
Die meisten betroffenen Kitten sterben kurz vor oder nach der Geburt an Unterzuckerung. Einige überleben zunächst und entwickeln ab einem Alter von etwa fünf Monaten fortschreitende Muskel- und Nervenschäden: Zittern, Schwäche, Lähmungen. Eine Heilung gibt es nicht.
Die Krankheit wird rezessiv vererbt. Erkrankt sind nur Kitten, die von beiden Eltern das defekte Gen bekommen. Mit einem Gentest lassen sich Träger sicher erkennen. Ein Träger kann weiter in der Zucht eingesetzt werden, wenn der Partner frei ist; es entstehen dann keine kranken Kitten. Fragen Sie beim Kauf nach dem GSD-IV-Ergebnis beider Eltern.
Hypertrophe Kardiomyopathie
Die hypertrophe Kardiomyopathie, abgekürzt HCM, ist die häufigste Herzerkrankung der Katze überhaupt. Der Herzmuskel verdickt sich, die Kammer wird steif und kann sich nicht mehr richtig füllen. Viele Katzen zeigen lange keine Anzeichen. Später können Atemnot, Leistungsschwäche oder plötzlich auftretende Lähmungen der Hinterbeine durch Blutgerinnsel hinzukommen.
Für Maine Coon und Ragdoll sind bestimmte Genveränderungen bekannt, die HCM auslösen. Für die Norwegische Waldkatze gibt es keinen solchen Test, die Gentests anderer Rassen helfen hier nicht. Zuchten lassen ihre Tiere deshalb per Herzultraschall untersuchen, am besten von einer kardiologisch spezialisierten Tierärztin oder einem Tierarzt. Weil HCM erst mit den Jahren auftreten kann, werden die Untersuchungen regelmäßig wiederholt. Ein unauffälliger Befund mit einem Jahr ist eine Momentaufnahme, keine Garantie.
Hüftdysplasie
Bei großen, schweren Katzenrassen kommt Hüftdysplasie häufiger vor als bei schlanken Hauskatzen. Die Hüftpfanne ist zu flach, das Gelenk sitzt locker und nutzt sich vorzeitig ab. Katzen verbergen Schmerzen gut. Hinweise sind ein Zögern vor dem Springen, ein steifer Gang nach dem Liegen oder ein verändertes Putzverhalten am Hinterteil. Röntgenbilder geben Aufschluss. Mehrere Zuchtorganisationen werten solche Aufnahmen in Gesundheitsprogrammen aus.

Vorsorge im Alltag
Neben der Erblichkeit zählt die Haltung. Eine einmal jährliche Untersuchung beim Tierarzt mit Blick auf Gewicht, Zähne und Herz deckt vieles früh auf. Die nötigen Impfungen richten sich nach Freigang und Lebensumständen. Das halblange Fell braucht weniger Pflege, als man denkt: Im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst sollte man aber regelmäßig kämmen, damit sich keine Filzplatten bilden und die Katze nicht zu viele Haare verschluckt. Kahle oder schuppige Stellen sind ein Grund, an Hautpilz zu denken.
Übergewicht
Norweger sind spät ausgewachsen und schwer gebaut, das verleitet zum Überfüttern. Eine Katze im Idealgewicht hat eine erkennbare Taille, und die Rippen lassen sich unter einer dünnen Fettschicht ertasten. Zu viel Gewicht belastet Gelenke und Herz.
Wohnung und Garten sicher machen
Viele Vergiftungen bei Katzen gehen auf Pflanzen in Haus und Garten zurück. Besonders gefährlich sind Lilien. Die Giftpflanzenliste auf dieser Seite beginnt bei A bis D und führt durch das ganze Alphabet.