Farben und Genetik
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Fast jede Fellfarbe, die es bei Hauskatzen gibt, kommt auch bei der Norwegischen Waldkatze vor. Dahinter steckt eine überschaubare Zahl von Genen. Wer sie kennt, kann vorhersagen, welche Farben in einem Wurf möglich sind und welche nicht.
Zwei Pigmente, viele Farben
Katzenhaar enthält zwei Arten von Farbstoff. Eumelanin ist schwarz oder braun, Phäomelanin rot bis gelblich. Alle Fellfarben entstehen daraus, je nachdem, welches Pigment gebildet wird, wie viel davon im Haar landet und wo im Haarschaft es sitzt. Gene steuern jeden dieser Schritte. Jede Katze trägt jedes Gen doppelt, eine Kopie vom Vater und eine von der Mutter. Diese Varianten heißen Allele.
Ist ein Allel dominant, reicht eine Kopie, damit es sich zeigt. Ein rezessives Allel wirkt nur, wenn die Katze es zweimal hat. Deshalb können zwei schwarze Eltern blaue Kitten bekommen: Beide tragen das rezessive Allel für Verdünnung verdeckt, und manche Kitten erben es von beiden.
Die Gene im Überblick
| Gen (Locus) | Wirkung | Bei Norwegern |
|---|---|---|
| O (Orange) | Rot statt Schwarz, liegt auf dem X-Chromosom | Rot, Creme, Schildpatt |
| D (Dense) | rezessives d verdünnt: Schwarz wird Blau, Rot wird Creme | Blau und Creme |
| A (Agouti) | bestimmt, ob ein Tabbymuster sichtbar ist | Tabby oder einfarbig |
| I (Inhibitor) | unterdrückt Pigment an der Haarwurzel | Silber und Smoke |
| W (KIT) | weiße Abzeichen oder ganz weißes Fell | mit Weiß, Van, Harlekin |
| E (Extension) | rezessives e lässt Schwarz zu Amber werden | Amber, nur bei Norwegern |
| B (Brown) | Chocolate und Cinnamon | im Standard nicht zugelassen |
| C (Colour) | Point-Abzeichen wie bei der Siam | im Standard nicht zugelassen |
Ein Beispiel zum Mitrechnen
Nehmen wir zwei schwarze Katzen, die beide verdeckt das Verdünnungsallel tragen, genetisch also Dd sind. Jedes Elternteil gibt mit gleicher Wahrscheinlichkeit D oder d weiter. Im Kreuzungsquadrat ergeben sich vier gleich wahrscheinliche Kombinationen. Im Schnitt ist eines von vier Kitten blau, drei sind schwarz, und zwei dieser drei tragen das d wieder verdeckt.
Wahrscheinlichkeiten gelten für viele Würfe, nicht für einen einzelnen. Ein Wurf mit vier Kitten kann genauso gut nur schwarze oder zwei blaue Kitten enthalten.
EMS-Codes lesen
In Stammbäumen und auf Ausstellungen werden Farben mit dem EMS-System der FIFe angegeben. Vorne steht das Rassekürzel NFO, dann folgen Buchstaben für die Farbe und Zahlen für Muster und Weiß. NFO n 23 09 ist eine schwarz getigerte Norwegerin im Mackerel-Muster mit Weiß, NFO ds 22 ein roter Kater mit Silber im Classic-Muster. Die Buchstaben n (Schwarz), a (Blau), d (Rot), e (Creme), f (Schildpatt), g (Blau-Schildpatt) und w (Weiß) decken die Grundfarben ab, s steht für Silber, und für Amber kommt ein eigenes Kürzel hinzu.
Nicht im Standard
Chocolate, Lilac, Cinnamon, Fawn und Point-Zeichnung sind bei der Norwegischen Waldkatze nicht erlaubt. Taucht eine dieser Farben auf, wurde irgendwann eine andere Rasse eingekreuzt.
Die Beiträge dieses Kapitels
Die folgenden Seiten gehen die Farbgene einzeln durch: Amber und seine Vererbung, die verdünnten Farben Blau und Creme, Silber und Smoke, die Tabbymuster und Schildpatt. Wer tiefer einsteigen will, findet im Wikipedia-Artikel Cat coat genetics die Studien zu den einzelnen Genen.