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Amber bei der Norwegischen Waldkatze

Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit

Lange sprach man bei den ungewöhnlich hellbraunen Norwegern von den X-Farben, weil niemand wusste, was hinter ihnen steckt. Heute heißt die Farbe Amber, und sie ist eine Besonderheit: Unter den anerkannten Rassen kommt sie nur bei der Norwegischen Waldkatze vor.

Eine Farbe gibt Rätsel auf

Anfang der 1990er Jahre fielen in Schweden Norweger auf, die als dunkle Tabbys geboren wurden und mit den Monaten immer heller wurden, bis ein warmes, zimtartiges Braun übrig blieb. Zu keiner bekannten Farbe passten sie. Für Cinnamon war der Ton zu warm, und Cinnamon ist bei Norwegern ohnehin nicht zugelassen. Für Rot war die Nase zu dunkel, und rote Katzen werden nicht dunkel geboren. Weil die Eltern ganz normale schwarze oder blaue Katzen waren, kam schnell der Verdacht auf, irgendwo sei eine andere Rasse eingekreuzt worden.

Unter Züchtern wurde jahrelang gestritten. Man nannte die Farbe vorläufig X, weil sie keinen Namen hatte. Die Katzen wurden registriert, durften aber lange nicht in den regulären Farbklassen ausgestellt werden.

Erwachsene Norwegische Waldkatze in der Farbe Amber
Eine erwachsene Amber-Norwegerin: Der warme Braunton entwickelt sich erst mit dem Alter. Foto: Pieter Lanser from The Netherlands, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Was Amber genetisch ist

Die Lösung kam aus Frankreich. Der Tierarzt Marc Peterschmitt untersuchte die Farbe in seiner Doktorarbeit und fand 2007 die Ursache: eine Mutation im Gen MC1R, dem sogenannten Extension-Locus. Die Ergebnisse erschienen 2009 im Fachjournal Animal Genetics. Damit war klar, dass Amber keine eingeschleppte Variante von Cinnamon ist, sondern eine eigene Mutation, die innerhalb der Rasse entstanden ist.

MC1R ist ein Schalter in den Pigmentzellen. Funktioniert er, bildet die Zelle schwarzes Eumelanin. Fällt er aus, bildet sie stattdessen das rotgelbe Phäomelanin. Bei Amber-Katzen ist genau dieser Schalter verändert. Im Körperfell wird das schwarze Pigment deshalb nach und nach durch warme Töne ersetzt, während Nasenspiegel und Pfotenballen dunkel bleiben können. Die Mutation ist rezessiv: Eine Katze muss sie von beiden Eltern erben, damit sie Amber wird. Mehr dazu im Beitrag zur Vererbung von Amber.

Dunkel geboren, hell erwachsen

Das auffälligste Merkmal ist der Farbwechsel. Amber-Kitten kommen fast schwarz oder als kräftig gezeichnete dunkle Tabbys zur Welt. In den ersten Monaten hellt das Fell auf, die Zeichnung wird weicher, und erst bei der erwachsenen Katze ist der endgültige Ton erreicht. Wer ein Amber-Kitten aussucht, sieht also noch nicht, wie die Katze später aussieht.

Geburtca. 6 Monateerwachsen
Der Farbverlauf von der Geburt bis zur erwachsenen Katze, vereinfacht dargestellt.

Amber und Light Amber

Trifft Amber auf das Verdünnungsgen, entsteht Light Amber: ein heller, apricotfarbener Ton. Amber kann mit allen Mustern auftreten, also mit Tabby, mit Silber und mit Weiß. Auf rotem und cremefarbenem Fell ist Amber dagegen unsichtbar, weil diese Katzen ohnehin nur Phäomelanin bilden. Ein roter Kater kann die Mutation also tragen, ohne dass man es ihm ansieht.

Anerkennung

Seit dem 1. Januar 2005 erkennt die FIFe Amber und Light Amber bei der Norwegischen Waldkatze an, viele freie Verbände folgten. Im EMS-System wird Amber mit einem eigenen Kürzel an die Grundfarbe angehängt.

Verwechslungsgefahr

Ein junges Amber-Kitten kann aussehen wie ein schwarzer Tabby, eine erwachsene Amber-Katze ähnlich wie ein Cinnamon-Tabby einer anderen Rasse. Sicherheit bringt ein Gentest, den mehrere veterinärgenetische Labore anbieten. Er zeigt auch, ob eine schwarze Katze Amber verdeckt trägt. Für Zuchten, die mit der Farbe arbeiten, ist das die wichtigste Information.

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