Wie Amber vererbt wird
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Amber folgt einem einfachen Erbgang, hat aber zwei Eigenheiten. Die Farbe kann über viele Generationen verdeckt weitergegeben werden, und auf roten Katzen ist sie selbst dann nicht zu sehen, wenn die Katze zwei Kopien trägt.
Rezessiv heißt: zwei Kopien nötig
Das Gen MC1R gibt es in der normalen Form, abgekürzt E, und in der Amber-Form e. Eine Katze mit EE ist keine Trägerin. Eine Katze mit Ee ist Trägerin, sieht aber völlig normal aus, weil die normale Kopie ausreicht. Erst eine Katze mit ee ist Amber, sofern ihr Fell sonst schwarz oder blau wäre.
Daraus folgt: Zwei Amber-Katzen können nur Amber-Kitten bekommen. Eine Amber-Katze und ein Partner ohne Amber bekommen nur Träger, deren Fell nichts verrät. Zwei Träger bekommen im Mittel ein Amber-Kitten auf vier.
Die Sache mit Rot
Rote und cremefarbene Katzen bilden im Fell nur Phäomelanin. Amber verwandelt aber schwarzes Pigment in warmes. Wo kein Schwarz ist, gibt es nichts zu verwandeln. Ein roter Kater mit ee sieht daher aus wie jeder andere rote Kater. Verpaart man ihn mit einer schwarzen Trägerin, können überraschend Amber-Töchter fallen. Genau so sind in der Anfangszeit viele unerklärliche Würfe entstanden.
Bei Schildpatt-Kätzinnen ist es ähnlich, nur sichtbarer: Die schwarzen Flecken einer Schildpatt-Katze mit ee werden Amber, die roten bleiben rot. Mehr zum Schildpatt im eigenen Beitrag.

Gentest statt Rätselraten
Weil Träger nicht zu erkennen sind, war die Zucht mit Amber lange Glückssache. Seit die Mutation bekannt ist, gibt es einen Gentest. Er wird meist mit einem Wangenabstrich gemacht, den man selbst nehmen kann, oder mit einer Blutprobe beim Tierarzt. Das Ergebnis lautet E/E, E/e oder e/e. Viele Zuchten testen inzwischen alle Zuchttiere, auch wenn sie gar nicht mit Amber arbeiten wollen, um Überraschungen zu vermeiden.
Kombinieren mit anderen Tests
Oft lässt sich der Amber-Test mit anderen Untersuchungen aus derselben Probe kombinieren, etwa mit dem Test auf GSD IV oder der Bestimmung der Blutgruppe. Das spart Kosten und eine zweite Probennahme.
Amber mit anderen Farbgenen
Amber wirkt unabhängig von den übrigen Farbgenen. Eine Amber-Katze kann also zusätzlich verdünnt sein und wird dann Light Amber. Sie kann das Silbergen tragen, dann erscheint ein heller, kühler Ton an der Haarwurzel. Sie kann jedes Tabbymuster zeigen und beliebig viel Weiß haben. Die Kombinationsmöglichkeiten sind groß, was die Farbe in der Zucht beliebt gemacht hat.
Wichtig für Käufer: Bei der Abgabe mit zwölf oder dreizehn Wochen ist ein Amber-Kitten oft noch recht dunkel. Wer sich für die Farbe interessiert, sollte nach dem Testergebnis fragen. Es ist verlässlicher als das Fell zu diesem Zeitpunkt.