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Tabbymuster

Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit

Getigert ist die Urform der Hauskatze, und auch bei der Norwegischen Waldkatze sind Tabbys häufig. Die Zeichnung entsteht im Zusammenspiel von zwei Genen: Eines legt fest, ob ein Muster sichtbar ist, das andere, wie es aussieht.

Agouti macht das Muster sichtbar

Jede Katze trägt eine Tabbyzeichnung in ihren Genen. Ob man sie sieht, entscheidet das Agouti-Gen. Mit der dominanten Form A sind die Haare zwischen den Streifen gebändert: abwechselnd dunkel und hell. Dieser gebänderte Grund bildet den Hintergrund, auf dem sich die einfarbigen Streifen abheben. Katzen mit zwei Kopien der rezessiven Form a bilden dagegen durchgehend Pigment, Streifen und Grund verschmelzen, und die Katze ist einfarbig.

Ganz verschwindet das Muster aber nicht. Bei einfarbig schwarzen Kitten sind im Gegenlicht oft noch Geisterstreifen zu erkennen, die sich mit dem Alter verlieren.

Die vier Muster

Classic (22)Mackerel (23)Spotted (24)Ticked (25)
Die vier Tabbymuster mit ihren EMS-Zahlen, schematisch.

Mackerel (23) ist die Wildform mit schmalen, parallelen Streifen, die wie Fischgräten vom Rücken nach unten laufen. Classic (22), auch blotched genannt, zeigt breite Wirbel und auf jeder Flanke ein auffälliges rundes Zeichen, das an eine Zielscheibe oder Auster erinnert. Classic ist rezessiv gegenüber Mackerel. Spotted (24) entsteht, wenn die Streifen in Tupfen zerfallen; dafür sind weitere Gene verantwortlich. Ticked (25) schließlich hat am Körper kaum Zeichnung, jedes Haar ist gebändert. Ticked ist vor allem von der Abessinierkatze bekannt.

Bei Norwegern verschwimmen die Muster durch das lange Fell etwas. Im Winterfell mit voller Unterwolle sind Streifen weniger scharf als im Sommer. Am deutlichsten erkennt man das Muster an den Flanken und am Schwanz.

Warum rote Katzen immer gestreift sind

Bei roten und cremefarbenen Katzen gilt die Agouti-Regel nicht. Das Gen O, das Rot hervorbringt, setzt sich über das Agouti-Gen hinweg. Deshalb zeigt fast jede rote Katze eine Zeichnung, auch wenn sie genetisch aa ist. Bei solchen Katzen ist das Muster meist schwächer, bei manchen kaum zu sehen. Ob eine rote Katze A trägt, lässt sich am Fell darum kaum ablesen, wohl aber an ihren Kitten oder per Gentest.

Tabby mit Weiß

Weiße Abzeichen kommen über ein anderes Gen hinzu. Eine Katze kann Tabby mit Weiß sein; im EMS-Code steht dann eine zusätzliche Zahl, etwa 09 für ein wenig Weiß oder 03 für Bicolour.

Tabby und Silber

Am stärksten wirkt das Muster in Kombination mit Silber. Der helle Grund lässt die Streifen kräftig hervortreten. Der klassische schwarze Silver Tabby ist deshalb eine der bekanntesten Farben der Rasse. Wie das Silbergen arbeitet, steht im Beitrag zu Silber und Smoke.

Wann sich das Muster zeigt

Schon bei der Geburt ist das Muster erkennbar, oft sogar deutlicher als später. In den Wochen danach kann es vorübergehend verschwimmen, weil das Babyfell wächst. Bei Amber bleibt die Zeichnung zwar sichtbar, verliert aber mit dem Aufhellen des Fells stark an Kontrast.

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