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Den Blutgruppentest richtig einsetzen

Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit

Ein Test auf die Blutgruppe ist einfach, günstig und schnell erledigt. Für eine Zucht mit Norwegischen Waldkatzen gehört er zu den sinnvollsten Untersuchungen überhaupt. Entscheidend ist, den passenden Test zu wählen und die Ergebnisse bei der Planung zu nutzen.

Drei Arten von Tests

Schnelltests in der Tierarztpraxis arbeiten mit einem Tropfen Blut auf einer Testkarte oder in einem kleinen Röhrchen. Nach wenigen Minuten zeigt eine Verklumpung, welche Blutgruppe vorliegt. Labortests funktionieren nach demselben Prinzip, sind aber oft genauer, vor allem bei der seltenen Gruppe AB. Beide bestimmen, welche Blutgruppe die Katze hat, also ihren Phänotyp.

Gentests untersuchen dagegen das Erbgut, meist aus einem Wangenabstrich. Sie zeigen nicht nur die Blutgruppe, sondern auch, ob eine Katze der Gruppe A die Anlage für B verdeckt trägt. Genau das ist für die Zuchtplanung entscheidend.

TestProbezeigtzeigt nicht
SchnelltestBlutA, B, meist ABverdeckte Trägerschaft
LabortestBlutA, B, ABverdeckte Trägerschaft
GentestWangenabstrich oder BlutErbanlagen, also auch Träger von Bsehr seltene, unbekannte Varianten

Welche Katzen getestet werden sollten

Am wichtigsten ist der Test bei Kätzinnen. Nur eine Mutter mit Blutgruppe B gefährdet ihre Kitten. Ein Kater mit Blutgruppe B ist für sich genommen kein Risiko, er vererbt aber das B-Allel an alle Kitten. Seine Töchter tragen es mindestens verdeckt und können später selbst B-Kitten bekommen. Deshalb testen sorgfältige Zuchten beide Elterntiere, am besten genetisch.

Verpaarungen planen

Riskant ist nur eine Kombination: Mutter B mit einem Vater, der A weitergeben kann. Alle anderen Verpaarungen sind in dieser Hinsicht unbedenklich.

MutterVaterRisiko für die Kitten
AA, B oder ABkeines durch die Blutgruppe
BBkeines, alle Kitten B
BAhoch, alle oder ein Teil der Kitten haben A
BABKitten mit AB gefährdet

Lässt sich eine solche Verpaarung nicht vermeiden, etwa weil eine wertvolle B-Kätzin mit einem bestimmten Kater gedeckt werden soll, gibt es einen Ausweg: Die Kitten dürfen in den ersten Lebensstunden keine Milch der Mutter trinken. Wie das praktisch geht, steht im Beitrag zur neonatalen Isoerythrolyse.

Ergebnisse dokumentieren

Tragen Sie das Testergebnis in die Zuchtunterlagen und in den Kaufvertrag ein. Wer später ein Tier aus Ihrer Zucht übernimmt, kann damit seine eigenen Verpaarungen planen.

Daten sammeln hilft allen

Schon vor zwanzig Jahren haben Züchter von Norwegischen Waldkatzen Testergebnisse gesammelt, um ein besseres Bild von der Verteilung der Blutgruppen in der Rasse zu bekommen. Das Ziel war nicht, passende B-Partner zu vermitteln, sondern das Bewusstsein zu schärfen und mehr Zuchten zum Testen zu bewegen. Heute erfüllen Gentests und die Angaben in Stammbäumen und Zuchtdatenbanken der Verbände diese Aufgabe besser. Fragen Sie beim Kauf einer Zuchtkatze nach dem Ergebnis; eine gute Zucht kennt es.

Wer sich allgemein über Blutgruppen informieren möchte, findet bei International Cat Care eine gut verständliche Übersicht auf Englisch.

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